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Tipps und Tricks-Thema: Einführung über den Einsatz von Rundtischen

Bei Überlegungen, einen Rundtisch einzusetzen, ist zunächst vom zu fertigenden Werkstück auszugehen. Alles andere kann teuer oder zu Fehlentscheidungen führen. Also schauen wir uns in dieser Folge einfach einmal einige Werkstücke an:


Hier geht es um einen Lagerkäfig. Der Vorteil des Rundtisches liegt hier auf der Hand. CNC-gesteuert dreht der Tisch immer bis zur nächsten Bohrposition weiter. Der Käfig wird mit zwei Passstücken gespannt. Der Tisch muß stufenlos positionieren können und die beiden Passstücke aufnehmen können.


Die Bearbeitung dieses Kegelrades erfordert genaues Takten für die Zahnbearbeitung. Außerdem erfolgt die Bearbeitung unter einem bestimmten Neigungswinkel. Entweder man setzt hier einen Rundtisch ein, bei dem die Schwenkachse von Hand oder in aufwendigerer Art CNC-geschwenkt wird, oder man setzt den Rundtisch auf einen entsprechenden Unterlegwinkel. Letzteres ist jedoch nur effektiv, wenn die Fertigungsstückzahlen entsprechend sind.


Diese Nockenscheibe kann auch ohne Rundtisch gefertigt werden. Mit Rundtisch werden einige Kurvenzyklen bei drehendem Rundtisch gearbeitet. Das Resultat ist dann in der Regel genauer.


Bei diesem Teil ist auf jeden Fall ein Rundschalt- und Schwenktisch nützlich, da die Flächensitze unterschiedliche Neigungswinkel haben. Das Teil wird am Zapfen mit einem Futter gespannt.


Während die vorherigen Teile alle zylindrische Grundform haben, ist hier ein quaderförmiges Werkstück gezeigt. Es wird an den beiden nicht zu bearbeitenden Flächen gespannt und kann dadurch an den anderen vier Seiten bearbeitet werden.



Dieses Werkstück kann nicht in einem Futter gespannt und positioniert werden. Aber mithilfe einer Schwinge wird es vom Rundtisch und dessen Gegenlager in die entsprechenden Bohrwinkel geschwenkt. Bei vollen Winkelgradzahlen reicht häufig schon ein 5-Grad-Taktisch für die Positionierung. Bei ausreichendem Platz auf der Schwinge kann auch noch ein zweites Werkstück aufgespannt werden.

An dieser kleinen Werkzeugauswahl wurde vielleicht schon deutlich, wie komplex das Thema Rundtisch werden kann.

In unserer ersten Folge unserer Rundtischfibel hatten wir über den Ausgangspunkt unserer Überlegungen, über Werkstücke, die mithilfe von Rundtischen gefertigt werden sollen, gesprochen. In der zweiten Folge soll beleuchtet werden, wie die Werkstücke auf den Rundtisch kommen bzw. dort befestigt werden.


Planscheiben von 150-320mm Ø sind am häufigsten im Einsatz.

Ein typischer Rundtisch ist mit einer Planscheibe ausgerüstet. Sie ähnelt in ihrer Struktur dem Maschinentisch und ist wie er mit T-Nuten ausgestattet. Statt parall wie beim Maschinentisch sind sie jedoch sternförmig angeordnet. Auf diese Planscheibe können jetzt die unterschiedlichsten Fixierungen für das Werkstück geschraubt werden: Adapter, Schienen, Platten, Profile oder Spannfutter. An Futtersystemen sind Dreibackenfutter, aber auch Zwei/Vierbackenfutter (handbetätigt), pneumatisch/hydraulisch betätigte Futter und Spannzangenfutter zu nennen.

Wir unterscheiden also: Adapter, Fixierungen usw. für unregelmäßig geformte Teile oder quaderförmige Teile; alle Futter für Teile mit zylindrischem Zapfen für die Aufnahme zum Spannen. Bei überwiegend quaderförmigen Teilen bietet sich auch das Druckspannen, indem eine Andruckeinheit das Werkstück gegen die Planscheibe des Tisches presst, an. (System Rotamatik). Für die Aufspannung mehrerer Teile setzt man Hilfsmittel wie Brücke, Schwinge oder Aufspannquader ein. Die Gegenseite dieser Vorrichtungen wird in einem Gegenlager gehalten. In allen anderen Fällen kann zur Unterstützung der Teile ein Reitstock eingesetzt werden. Dadurch werden die Aufspanngewichte in der Regel um 50% erhöht. Auf all diese Produkte wird zu einem späteren Zeitpunkt noch näher eingegangen.

In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen die einzelnen Rundtischtypen vor. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Motoranordnung. Schauen wir uns die einzelnen Varianten einmal näher an:

Dies ist wohl die am häufigsten auftretende Rundtischausführung. Der Motor ist rechts in dem blauen Gehäuse untergebracht. Der Rundtisch wird vertikal auf den Maschinentisch der Werkzeugmaschine aufgespannt, meistens auf der linken Seite, quer zu den Tischnuten. Da die Rückseite dieses Rundtisches flach ist, läßt er sich auch horizontal aufspannen. Solchen Einsatz zeigt das nächste Bild.



In horizontaler Aufspannung kann der Tisch etwa doppelt soviel Beladung aufnehmen wie in vertikaler Aufspannung. Wenn die Bearbeitung von oben erfolgt, sind die Anwendungen jedoch eingeschränkt.


Dieser Tisch hat den Motor rückseitig angeordnet. Dadurch kann er nur noch in vertikaler Aufspannung betrieben werden. Durch seine kompakten Abmessungen ist der bevorzugte Einsatz auf Maschinen mit kleinem Arbeitsbereich oder auf Fahrständermaschinen mit engem Durchlaß. Die Kraftübertragung vom Motor auf die Schnecke muß bei dieser Tischausführung mithilfe eines Getriebes umgelenkt werden.Daher ist der Preis in der Regel etwas höher als in der obigen Ausführung.


Auf die Spitze getrieben! Der Motor ist hier ober-halb der Planscheibe angebracht - ebenfalls nur in vertikaler Aufspannung einsetzbar. Bei dieser Variante muß genügend Platz in der Z-Achse sein, dafür ist der Platzanspruch von der Grundfläche her nur gering.


Hier sind ja gleich zwei Motoren angeordnet - einer rechts und der andere im rechten Winkel nach hinten weg. Also betreibt dieser Tisch zwei Achsen - die Drehachse und die Schwenkachse.

Bei Zweiachsentischen kann man mit dem Anbringen der Motoren kaum variieren. Daher ist hier die Ausführungsvielfalt schnell überschaubar.


Den erstgezeigten Rundtisch(Motor rechts) gibt es auch in spiegelbildlicher Ausführung. Der Motor sitzt dann also links und der Tisch wird dann vornehmlich auf der rechtes Seite im Arbeitsraum der Werkzeugmaschine aufgestellt.

Nachdem wir nun einen äußerlichen Eindruck von den Rundtischen haben, werden wir uns in der nächste Woche mit dem Innenleben beschäftigen.

Jetzt wollen wir die Funktionsweise eines Rundtisches untersuchen. Wie funktioniert er überhaupt? Stellen wir uns dazu die notwendigen Komponenten einfach einmal zusammen. Als erstes benötigen wir einen Motor.



Aber nicht irgendeinen Motor, sondern z.B. einen Servomotor, der von der elektronischen Steuerung, die unseren Tisch einmal steuern soll, geregelt und bedient werden kann. In der Praxis heißt das: Ein FANUC-Motor paßt zu einer FANUC-Steuerung oder ein SIEMENS-Motor paßt zu einer SIEMENS-Steuerung. Die kW-Leistung des Motors ist auf die zu bewegende Last abgestimmt.

Auf die Motorwelle stecken wir ein Antriebsritzel. Es muß an den Wellenschaft angepaßt sein, im Durchmesser, konische Welle, zylindrische Welle, Mitnehmerzapfen oder Mitnehmernut. Mit unserem Ritzel wollen wir eine Schnecke antreiben - entweder dierekt per Zahnrad oder mit einem Zwischengetriebe, abhänhgig von der Anordnung des Motors. Weiterhin soll unsere Schnecke natürlich ein Schneckenrad drehen. mit diesem Rad ist dann später die Planscheibe als Aufnahmefläche für Werkstücke verbunden. Sind die genannten Komponenten in einem Gehäuse untergebracht, würde sich ja schon damit arbeiten lassen. Aber die Feinheiten fehlen noch.




Damit sich der eventuelle Druck beim Bearbeiten nicht von der Planscheibe auf die Schnecke überträgt und zu Verstellungen oder gar zu Bruch führt, wird in der Regel eine Bremse (lila) eingebaut. Z. B. eine Scheibenbremse, die man einfacherweise per Druckluft klemmt. Ein Magnetventil (an die Steuerung angeschlossen) regelt die Luftdruckgabe. Über welches Mittel regelt die Steuerung nun dieses Rundtisch? Der Motor hat noch einen Drehgeber (rot) bekommen. Mit den Informationen (Strichen) des Gebers kann der Motor den Weg der Planscheibe vor und zurück rechnerisch verfolgen und steuern.

Da der Drehgeber nicht direkt an der Planscheibe sitzt (direkte Messung) nennt man die Regelung über den Motordrehgeber „indirektes Meßsystem“. Jetzt braucht die Steuerung noch einen Bezugspunkt - den Nullpunkt der Planscheibe. Über eine Nockenscheibe und einen Tastschalter (grün) wird der Steuerung der Nullpunkt signalisiert.

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